Meine Gedanken zum Thema "Zentrales Klinikum" in Weilheim-Schongau

27. November 2021

Die Kliniklandschaft in unserem Landkreis und drum herum würde ich derzeit durchaus als gut betrachten. Äußere Zwänge, sprich die Bundesregierung gibt leider vor, dass eine solche medizinische Versorgung keine Zukunft hat. Doch welche Konsequenzen hat das für uns?

Die Kreistagssitzung vom 26.11.21 zeigt in welche Richtung es gehen wird. Viele Kliniken in Deutschland werden wohl geschlossen werden. Die Gründe sind vielfältig. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel etc. Sicherlich mag es einen Haufen guter Gründe geben ein Krankenhaus zu schließen, doch stellen wir die richtigen Fragen? Natürlich kann der Landkreis per sé nichts dafür, dass er für die entstehenden Defizite der Krankenhaus GmbH gerade stehen muss und sogar will. Doch muss man sich die Frage stellen, ob man es zukünftig noch machen will oder gibt es andere Möglichkeiten? Diese Frage wurde scheinbar beantwortet, mit der Idee eines zentralen Klinikums. (die ja keine neue ist) Die Vorteile liegen auf der Hand. Man muss nichts mehr doppelt vorhalten! Das ist hier das Argument um das Defizit zu minimieren oder evtl zu beseitigen. Ist es das? Meinem persönlichen empfinden nach hätte man hier andere Prioritäten setzten müssen um die Finanzierung noch zu gewährleisten. (zum Beispiel mal das Landratsamt zentralisieren um dort Geld zu sparen aber das nur am Rande) Weiter wird angeführt, Schongau sei verkehrstechnisch schlecht angebunden. Somit sei es schwer Fachkräfte zu bekommen, da diese meist mit dem Zug fahren. Es mag sein, dass die Zugverbindung derzeit nicht optimal ist, aber es kann mir keiner erklären, dass man von einer Pflegekraft erwartet zu pendeln und ein Arzt der mehr als das doppelte verdient nicht nach Schongau kommt weil er am Tag ne Stunde länger Zug fahren muss! (sofern dieser überhaupt mit dem Zug unterwegs ist? Und das ist wirklich ein dickes Fragezeichen!) Was stand also am 26.11.21 zur Wahl? Der Kreistag beschließt:

  1. Der Kreistag bekennt sich zum langfristigen Erhalt der klinischen Versorgung in unserem Landkreis in kommunaler Trägerschaft des Landkreises Weilheim- Schongau. Dabei wird der Ausbau einer umfassenden und langfristigen Kooperation mit dem Maximalversorger Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München angestrebt.
  2. Um diese Ziele zu erreichen, stimmt der Kreistag der Umsetzung des nachfolgenden, mehrstufigen Konzeptes zu: 2.1 Zeitnahe Weiterentwicklung der Krankenhaus GmbH gemäß dem Gutachten von Prof. Roeder. Das bedeutet für das Krankenhaus  Weilheim:  Entwicklung zum Schwerpunktversorger  Weiterentwicklung der stationären Akutversorgung in die erweiterte Notfallstufe 2, unter anderem durch  den Ausbau der Intensiv- und notfallmedizinischen Kompetenzen  die Schaffung der erforderlichen Strukturen (z.B. Schaffung weiterer Hauptabteilungen)  Schongau:  Erhalt der Grundversorgung mit Basisnotfallversorgung (Versorgungsstufe 1)  Entwicklung und Aufbau einer Ambulanzklinik mit Facharztzentrum  Ausbau der altersmedizinischen Versorgung  Ausbau des Zentrums zur Entwöhnung von künstlicher Beatmung (Weaningzentrum)  Aufbau einer palliativmedizinischen Versorgung Weiterentwicklung zum medizinisch-pflegerischen Fort- und Ausbildungszentrums 2.2 Zur langfristigen Absicherung der kommunalen klinischen Gesundheitsversorgung im und durch den Landkreis ist die Bündelung der stationären Versorgung an einem zentralen Klinikstandort anzustreben. Dazu wird die Krankenhaus GmbH und die Landkreisverwaltung beauftragt, in Abstimmung mit dem Freistaat Bayern, die Machbarkeit sowie die Finanzierung eines zentralen Klinikneubaus mit Medizin Campus zu prüfen. Ziel wäre bei Realisierbarkeit die Klinik innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahren in Betrieb zu nehmen. Nach Vorliegen der Ergebnisse (Entwurfsplanung für den Neubau, Baufeldsuche, Finanzierungsplan) wird das Thema zur abschließenden Entscheidung dem Kreistag vorgelegt. 2.3 Sollte ein zentraler Klinikneubau nicht realisiert werden können, ist zum Erhalt bzw. zur Sicherung der Gesundheitsversorgung im Landkreis ein bestehender Klinikstandort innerhalb 10 bis 15 Jahren zu einem zentralen Klinikstandort weiter zu entwickeln.
  3. Durch die Umsetzung des Stufenplans soll eine langfristige und kontinuierliche Versorgungssicherheit, verbunden mit einer hohen medizinischen Versorgungsqualität sowie eine Stabilisierung der Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden. Gleichzeitig soll eine Stabilisierung und Stärkung der qualifizierten personellen Ausstattung in allen Berufsgruppen sichergestellt werden.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Fragen stellen.

Warum war bei der Beschlusslage kein Widerspruch aus Weilheim zu vernehmen? Ist eine Erweiterung am Standort in Weilheim möglich, weil man die Mittelschule verlagern könnte und so eine neue bekommt plus Zentralklinik? Ist die Kommunikationstrategie, die gewählt wurde eine gute? Hat man hier wirklich den Wähler mitgenommen?

Natürlich kann man nur spekulieren und drum stelle ich diese Fragen, denn die Vermutung liegt eben nahe, dass es eben so kommt. Gerne lasse ich mich eines besseren belehren und fordere hiermit Transparenz und eine offene Kommunikation!

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